Carl-Friedrich-Gauß-Gymnasium
Bericht über die Religionswoche 2011

Schüler zeigen Profil

Seit Jahren ist die Veranstaltungswoche Religion/Soziale Kompetenz des Carl-Friedrich-Gauß-Gymnasiums ein wichtiger Termin für interessierte Menschen aus dem Bereich des Gymnasiums und der Öffentlichkeit. In diesem Jahr fand sie in der neuen Zehntscheune statt und wurde durch den Organisator Peter Kruse, Schulpfarrer am Gauß-Gymnasium, eröffnet.

Dabei betonte Pfarrer Kruse die Absicht, durch diese Woche einerseits Rechenschaft und Informationen zu geben, welche Dinge vom Fach Religion her wichtig sind, andererseits aber auch über das Profil des Gymnasiums "Soziale Kompetenz" zu berichten. In diesem Jahr kam noch ein weiterer Schwerpunkt hinzu: die Zusammenarbeit mit dem Hockenheimer Arbeitskreis "Jüdische Geschichte".

Horror zeigen und verarbeiten

Den ersten Vortrag hatte Prof. Dr. Manfred Oeming aus Reilingen übernommen. Der Professor für Altes Testament an der Universität Heidelberg sprach zum Thema "Den Horror zeigen und verarbeiten - ein Vergleich jüdischer Holocaust-Museen." Er zeigte die verschiedenen Schwerpunkte der Museen in Dachau, Vilnius, Washington und Yad Vashem, Israel auf und machte deutlich, dass das Erinnern ein entscheidender Faktor für die angemessene Bewältigung von Gegenwart und Zukunft darstellt.

Der nächste Tag begann mit einer Veranstaltung für Schüler zur Information über Wettbewerbe, Seminarkurse etc. am Gauß-Gymnasium. Gudrun Hillen und Peter Kruse berichteten über Erfolge ehemaliger Schüler bei überregionalen Wettbewerben und zeigten Möglichkeiten zur eigenen Teilnahme auf.

Erfülltes Leben ohne Drogen

Der Abendvortrag stand unter dem Thema "Alkohol und Drogen verhindern erfülltes Leben - ich lebe wieder". Referentin Marlies Wank, Leiterin von Selbsthilfegruppen und ehrenamtlichen Suchtbegleitern, kennt die Spirale der Sucht aus eigener Erfahrung. Mit ihrem Projekt "Niko und Alko" unterstützt sie erfolgreich die Suchtprävention an Schulen auf informative, aber auch humorvolle und unterhaltsame Weise. Ziel ist es, Eltern, Lehrer und die Jugendlichen so früh wie möglich für diese Themen zu sensibilisieren.

Der ehemalige Gauß-Lehrer Hubert Wirth referierte zum Thema "Der Blick in den Abgrund - Die Entstehung des europäischen Skeptizismus und Fortschrittsgedankens". Ausgehend vom Aufbrechen der Frage "Gibt es einen freundlichen, guten Gott?" durch die Erschütterung des Glaubens angesichts des furchtbaren Erdbebens, das Lissabon 1755 fast ganz zerstörte, bis hin zu den aktuellen Zweifeln, ob der Fortschritt heute die Welt besser machen kann, spannte der Vortrag einen eindrucksvollen Bogen.

Der Mittwoch stand im Zeichen des Ehrenamts. Zunächst stellte Helmut Mehrer aus Brühl mit dem Thema "Ehrenamtliches Engagement im Schulwesen" die von ihm gegründete und geleitete Gruppe 60 plus vor, Menschen, die sich in Brühl an den dortigen Schulen (Grund-, Haupt,- und Realschule) engagieren. Mit dem Bericht über diese Arbeit durch den Gründer und einigen seiner Mitstreiter sollte Mut gemacht werden, ähnliche Initiativen zu organisieren, um zukunftsorientiertes Engagement zu fördern.

Esther Wallschläger berichtete über ihren Einsatz in Indien mit dem Entwicklungspolitischen Freiwilligendienst. Ihr Vortrag stand im Kontext des Projekts "weltwärts", einem Projekt des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung. Der Bericht mit einer eindrucksvollen Bilddokumentation hatte die Absicht, junge Menschen zu ermuntern und sie zu informieren, sich ähnlichen Projekten und Einsätzen zuzuwenden. Dies gelang ihr mit viel Erfolg: Etliche Schülerinnen und Schüler unter den Zuhörern besorgten sich Informationen, Anschriften und Tipps für ihre Zeit nach dem Abitur.

Kunst hilft Demenzkranken

Vor dem Vortrag von Esther Wallschläger stand eine kurze Präsentation aus dem Seminarkurs "Soziale Kompetenz" des Gauß-Gymnasiums. Elena Böbel hatte dort eine Ausarbeitung vorgelegt zum Thema "Demenz und der Einfluss von Kunst auf die Erkrankten" und ein sehr bemerkenswertes Projekt in einer Wohngruppe von Demenzkranken in Hockenheim durchgeführt und dokumentiert. Durch dieses fächerübergreifende Projekt im Seminarkurs des Gymnasiums haben sich einerseits die Lebensqualität der Bewohner der Demenz-Wohngruppe erhöht und andererseits die sozialen Kompetenzen der Schüler deutlich zugenommen.

Hexen in der Kurpfalz

Der Abschlussabend war dem Thema "Hexen in der Kurpfalz" gewidmet. Im Mittelpunkt stand eine Autorenlesung von Marlene Klaus aus ihrem Buch "Beschützerin des Hauses - Hexenverfolgung im ausgehenden 16. Jahrhundert in der Kurpfalz". Der Roman handelt von Hexen in Hockenheim und Umgebung und beeindruckte die Zuhörer nachdrücklich.

Hexen in der Kurpfalz

Vor der Lesung gab Claudia Unold, Oberstudienrätin für Latein und evangelische Religion am Gauß-Gymnasium, eine historische Einführung in das Thema Hexen und Hexenverfolgung, rückte einige Vorurteile und Klischees zurecht und legte so eine Grundlage für die folgende literarisch-historische Lesung.

Autor: zg - Entnommen aus der Schwetzinger Zeitung, 08. Dezember 2011