Austauschprogramm Mooresville - 2017 Eine Gruppe von 24 Schülern aus der zehnten Klasse machte sich mit ihren beiden Lehrerinnen Lisa Berger und Claudia Klement am 18. September auf den Weg nach Mooresville. Nach einem Neun-Stunden-Flug erreichte die Reisegruppe die USA um 13 Uhr Ortszeit. In Mooresville wurden die Schülerinnen und Schüler beim gemeinsamen Pizzaessen von der stellvertretenden Schulleiterin Meredith Bost, der Lehrerin Meghan Andreoli, von Pam Reidy von der Stadt und ihren Gastfamilien begrüßt. Nach dem leckeren Pizzaessen ist jeder einzeln mit seiner Gastfamilie zu seinem neuen Zuhause gefahren. Der herzliche und von Beginn an offene Empfang machte auf alle einen positiven Eindruck. Noch am selben Abend wurden die deutschen Gäste im Rathaus von Bürgermeister Miles Atkin in einer Gemeinderatssitzung begrüßt. Dann verbrachten die Schülerinnen und Schüler nach 24 wachen Stunden ihre erste Nacht in ihren neuen Familien.

Am nächsten Tag erlebten sie ihren ersten Tag an einer richtigen amerikanischen Highschool. Es war ein unglaubliches Erlebnis. Schon nach den ersten Unterrichtsstunden fielen viele Unterschiede zwischen deutschen und amerikanischen Schulen ins Auge; beispielsweise die Größe der Schule, da die Mooresville Highschool (MHS) viel größer ist als das CFG, sowohl von der Fläche, als auch von der Anzahl der Schüler her. Die Dauer pro Unterrichtsstunde beträgt außerdem jeweils 90 Minuten, wobei die Schüler dort nur vier Fächer am Tag haben, diese allerdings jeden Tag ein halbes Schuljahr lang. Was die deutschen Schüler natürlich begeisterte, war, dass jeder einzelne von ihnen ein MacBook für die zwei Wochen zugewiesen bekam und nutzen durfte. An der MHS hat jeder Schüler sein eigenes, von der Schule geliehenes MacBook für den Unterricht, worauf der gesamte Unterricht ausgerichtet ist. Das ist allerdings kein Standard in den USA; die MHS ist ein Vorreiter in Sachen Digitalisierung des Schulalltags. Nachmittags standen Unternehmungen mit den Gastfamilien auf dem Programm; viele von uns gingen mit ihren Austauschpartnern zu ihren verschiedenen Schulaktivitäten, wie "Marching Band", "Cheerleading", "Football" oder anderen Sportarten. Alle waren von den vielen Schulaktivitäten sehr begeistert.

Nachdem die deutschen Schüler in der ersten Woche ihre Austauschpartner im Unterricht begleitet hatten, durften sie in der zweiten Woche ihre Fächer selbst wählen, wie zum Beispiel „ROTC“, ein Kurs, der – völlig undenkbar bei uns – auf das Militär vorbereitet, „Foods“, bei welchem man etwas über Kochen und Hygiene lernen kann, oder auch „Health“, ein Kurs, in dem man nicht nur etwas über die Gesundheit des menschlichen Körpers, sondern auch etwas über Beziehungen erfährt. Das Unterrichtsangebot unterscheidet sich also sehr vom traditionellen Fächerkanon bei uns in Deutschland.

 Mensa

Um allen amerikanischen Schülern die deutsche Lebensweise näherzubringen und Interesse an der Partnerstadt zu wecken, entwarfen die deutschen Gäste Poster zum Thema „Life of a german teenager“ und hängten diese in der hochfrequentierten Schulmensa aus.

Alle Beteiligten am Austausch kamen erst wieder am Freitag, den 22. September zusammen. Die Verantwortlichen der Sister Cities Vereinigung in Mooresville, die die Partnerschaft zwischen Hockenheim und Mooresville auf amerikanischer Seite vorantreiben, Melody und Murdoch Morrison sowie Kim und John Sellers, luden zum Barbecue am Lake Norman ein. Sandy und Jerry Bicket hatten sehr großzügig ihr Haus und Grundstück zur Verfügung gestellt, damit die deutschen Gäste und ihre Gastfamilien Urlaubsatmosphäre am Lake Norman genießen konnten, samt Bootstour auf dem beeindruckenden Stausee.

Das nächste Ereignis fand am Mittwoch, den 27. September, bei einer der amerikanischen Gastfamilien statt. Sie veranstalteten eine Pool-Party bei ihnen zu Hause mit Pizza und Ping-Pong, zu der alle deutschen und amerikanischen Schüler eingeladen waren.

Die letzte große Veranstaltung war am Freitag, den 29. September. Dabei besuchten alle Austauschschüler ein Football-Match der MHS und jeder deutsche Gast bekam ein Mooresville-T-Shirt gratis als Abschiedsgeschenk. Es war ein tolles Erlebnis, da Football bei uns in Deutschland als Sportart fast nicht vertreten ist und Sport nicht in diesem Maß an den Schulen stattfindet. Die ganze Schulgemeinschaft stand hinter ihrer Mannschaft und feierte sich. Das war für die deutschen Schüler eine neue und großartige Erfahrung, obwohl die Mannschaft deutlich verlor. Immerhin schaffte einer der Mooresville-Spieler einen waschechten Touchdown.

Die deutschen Schüler brachten viele Eindrücke und neue Einsichten mit nach Hause und tragen sie jetzt in die Schulgemeinschaft am Gauß. Auch hier sollen Poster zum Thema „US-American Life“ entstehen und so alle Schüler am interkulturellen Lernen teilhaben lassen, sodass der Austausch lebendiger Teil des Schullebens wird.

Der Rückbesuch von Schülern der Mooresville Highschool ist für Juni 2018 geplant. Die deutschen Gäste haben es geschafft, bei ihren amerikanischen Mitschülern und bei Lehrern Interesse am Austausch und an der interkulturellen Erfahrung zu wecken, sodass bereits während des Aufenthalts an den Details der Reise im nächsten Jahr gearbeitet wurde.

Autoren: Louis Blaser, Alica Mülbert sowie Lehrerin Claudia Klement