Am Brückentag war es so weit – mein erster Einsatz als Elternmediator mit 7 meiner „Kolleginnen“ !

Meine Kolleginnen: das sind Eltern wie ich, die teilweise auch als Elternbeiräte agieren, die teilweise schon in pädagogischen Berufen vorgebildet sind.

Wir alle haben im letzten Jahr eine Mediatoren-Ausbildung durchlaufen, nach deren Abschluss wir eine Urkunde überreicht bekamen, die uns offiziell in den Stand der Streitschlichter/Mediatoren erhebt. Und dann waren wir gespannt auf unseren ersten Einsatz. Dieser kam dann eben am 14. Mai. Nicht im Rahmen einer Streitschlichtung, sondern in Form einer Art Öffentlichkeitsarbeit für das Thema Mediation. Man vertraute uns die 7.Klassen an, die wir über dieses Thema informieren und für die Mediation sensibilisieren sollten. Immer in 2er-Teams übernahmen wir für 1 ½ Stunden eine der fünf siebten Klassen.

Die beiden verantwortlichen Lehrkräfte Frau Hölper und Frau Becker hatten ein sehr durchdachtes und abwechslungsreiches Programm für die Klassen zusammengestellt. Dieses war bei einem Treffen, das vorab stattgefunden hatte, besprochen und „geprobt“ worden.

Die Schülerinnen und Schüler ließen sich mit Interesse auf das Programm ein und trugen mit ihren Beiträgen zum Gelingen des Vormittags bei. Wir hatten viel Spaß beim „schnellen Ball“, bei dem es darum ging, einen Ball in immer der gleichen Abfolge möglichst schnell von einem zum anderen zu geben. Das gemeinsame Entwickeln von sinnvollen Strategien in der Gruppe, das Erkennen „gemeinsam sind wir stark“ waren hier die Haupterkenntnisse. Wichtiger Aspekt war auch, dass die Beteiligten ohne Hilfe von außen Lösungen fanden.

Wie wichtig aktives und aufmerksames Zuhören ist, wurde anhand einer Geschichte, deren Fakten anhand von Detailfragen wiedergegeben werden mussten, beleuchtet. Hierbei ebenso wie in einer etwas anderen Version von Rotkäppchen ging es auch darum, in Aussagen nichts hineinzuinterpretieren, nicht zu werten und keine Partei zu ergreifen. Es geht vielmehr darum die reinen sachlichen Fakten wiederzugeben. Wichtige Voraussetzungen, wenn man eine erfolgreiche Mediation durchführen will.

Es wurde an diesem Vormittag herausgearbeitet und vorgestellt, welches die Grundprinzipien der Mediation sind. Dies vor allem auch im Hinblick darauf, dass die Schüler in der 8. Klasse die Möglichkeit haben im Rahmen einer AG die Ausbildung zum Mediator zu erhalten. Als ausgebildeter Streitschlichter können sie dann in der Schülermediation tätig werden und erhalten hierfür sowohl ein Zertifikat als auch einen Vermerk im Zeugnis.

Insgesamt hat unser erster Einsatz als Mediator sehr viel Spaß gemacht , ich denke und hoffe nicht nur mir und den anderen Mediatoren sondern auch den Schülern der 7. Klassen.

Sabine Kannewurf/19.05.2010