Die Landesgartenschau wirft vielfache Schatten. Für die Schüler des Hockenheimer Gymnasiums war sie Anlass, über ökologische Verbesserungen nachzudenken. Alle Theorie bleibe grau, wenn sie nicht durch Anwendung bestätigt werden könne, daher sollten die Pläne auch vor Ort umgesetzt werden.

Innerhalb des Geländes der Landesgartenschau fließe der Kraichbach in einem beispielhaft rekonstruierten Bett. Außerhalb dieses Bereiches bleibe jedoch noch viel zu tun. So planten die Schüler, dass nackte Grasufer am östlichen Ortseingang des Baches zu bepflanzen. Damit sollen Verbesserungen erreicht werden im Hinterblick auf Landschaftsbild, die Ufererosion und beim Sauerstoffgehalt des Wassers. Nicht zuletzt erhalten Tiere neuen Lebensraum.

Die Stadt unterstützte das Vorhaben sowohl bei der Umsetzung als auch bei der Durchsetzung gegenüber den zuständigen Behörden. Das Ergebnis sei eine Kompromisslösung und ein Fortschritt zugleich. Sollten die Pflanzen das erste Jahr überstehen, so werden hier neue Keimzellen für einen naturnahen Uferbereich entstehen. Die Schüler jedenfalls freuten sich über das Gelingen und werden ihr Projekt weiter mit Sympathie begleiten.

Quelle: Hockenheimer Tageszeitung, Samstag/Sonntag, 15./16.06.1991