„Wildbienen-Arche“ gebaut

Jedermann kennt die Honigbiene, das Produkt ihres Fleißes wird auf vielen Frühstückstischen geschätzt. In Deutschland zählt man jedoch noch 500 weitere Bienenarten, die zwar keinen Honig produzieren, jedoch wie die Honigbiene als Pflanzenbestäuber unersetzlich sind. Im Frühjahr sind es gerade diese „Wildbienen“, die einen Ernteausfall in Garten oder Feld verhindern, wenn es der Honigbiene noch zu kühl ist.

Viele Wildbienen, zu denen auch die Hummeln gezählt werden, sind Spezialisten. Beim Nistplatz wie bei der Futterpflanze stellen sie besondere Ansprüche. Manche Arten nisten in verlassenen Schneckengehäusen, andere in Erdlöchern, Pflanzenstengeln, Löchern in Mauerwerk oder in Altholz. Da im Jahresverlauf die Blütezeiten von Futterpflanzen variieren, lassen sich verschiedene Arten der Bienen nacheinander beobachten. Die meisten dieser Wildbienen leben solitär, das heißt sie treten nicht in Massen auf, da sie keine Staaten bilden.

Alle Wildbienen sind in ihrem Bestand durch modernen Siedlungsbau und Landwirtschaft bedroht. In der freien Landschaft gibt es immer weniger geeignete Futterpflanzen, Zaunpfähle und Dachbalken werden mit Gift präpariert. Durch diese und andere Gründe sind die Wildbienen in ihrem Bestand stark zurückgegangen. Sie stehen heute ausnahmslos unter gesetzlichem Schutz.

 

Nisthilfe Dieser Entwicklung kann man auf zwei Arten entgegenwirken. Einerseits durch Aufstellen von künstlichen Nisthilfen, andererseits durch größere Vielfalt im Garten. Die von der Biologie-AG des Gymnasium in Eigenarbeit erstellte Nisthilfe besteht aus Eichenbalken, in die 700 Löcher mit verschiedenem Durchmesser gebohrt wurden. Das Projekt kann inzwischen als Erfolg gewertet werden, ein Großteil der Nistlöcher ist bereits von Mauerbienen belegt, erkennbar an einem Deckel aus Schlamm. Aus gebührender Entfernung kann man die Bienen bei ihrer Arbeit beobachten.

 

Quelle: Hockenheimer Tageszeitung, Dienstag, 19.05.1992