Besuch erhielt dieser Tage die so genannte Biologie-AG des Gauß-Gymnasiums von der FWV/Hockenheimer Liste. Der Leiter der Arbeitsgemeinschaft, Studienrat Mohr, umriss das von ihm und den Teilnehmern gesetzte Ziel mit Schaffung eines „naturnahen Schulgeländes“. Hierunter verstehe man die Schaffung von Kleinbiotopen, etwa in Form eines Trockenrasens, der weder gedüngt noch gegossen werde und wo nur standortangepasste Pflanzen angesiedelt würden.

Die Entstehung solcher biologischer Freiräume sei nicht nur mit viel Engagement, sondern auch mit harter körperlicher Arbeit verbunden. Dies gehe oft an die Grenze der körperlichen Kräfte der zwölf- bis dreizehnjährigen Mädchen und Jungen, die die gesamten Erdarbeiten und auch den Aufbau der an der Stadtbibliothek befindlichen Naturmauer allein und ohne technische Hilfsmittel bewältigt hätten. Die erfolgreiche Ansiedlung der so genannten Mauerbiene in der Nähe dieser Mauer zeige, dass sich die Natur für die Chancen, die man ihr einräume, auch dankbar zeige.

Unterstützung erhalte die AG von der Stadt in Form von Pflanzenbeschaffung, aber auch von engagierten Eltern. Nach Fertigstellung des gerade entstehenden Biotops vor der Stadtbibliothek stehe als nächste Aufgabe die Begrünung des Zauns an, der vor kurzem Diskussionsgegenstand gewesen sei. Auch hier, so Hr. Mohr, würden ganz überwiegend einheimische Pflanzen, vorwiegend Selbstanker bevorzugt.

Die anschleißend im Bereich des Kraichbachs durchgeführte Besichtigung der vor zwei Jahren von der AG vorgenommenen Bepflanzung im Rahmen der LGS offenbarte wenig Erfreuliches. Die in der Nähe des Weges befindlichen Jungpflanzen waren oft Opfer von Vandalismus oder Unachtsamkeit geworden. Dank und Anerkennung sprach der Vorsitzende der FWV, Berger, der Arbeitsgemeinschaft für ihr Engagement bei der weiteren Schaffung von Restlebensräumen für Pflanzen und Tiere aus. Sie erhielt auch einen Geldbetrag, der für die Anschaffung von Geräten vorgesehen ist.

Quelle: Hockenheimer Tageszeitung, 19.03.1994