Städtische Auszeichnung ging an die Schulen.

Im Bürgersaal des Rathauses herrschte annährend Ausnahmezustand. Bürgermeister Gustav Schrank, der die Verleihung des Umweltpreises vornahm, bot sich ein für ihn sicherlich ungewohntes Bild, als sich zahlreiche Schüler der Pestalozzischule und des Carl-Friedrich-Gauß-Gymnasiums in den Raum drängten, in dem normalerweise Gemeinderäte Entscheidungen für die Stadtentwicklung treffen.

Zum ersten Mal hatte die Stadt Hockenheim im vergangenem Jahr einen Umweltpreis ausgeschrieben, an dem sich auch die Hockenheimer Schulen beteiligten, und „prompt die ersten Plätze belegten“, wie Schrank in seiner einführenden Rede zu Beginn der Preisverleihung mit sichtlichem Stolz feststellte. Der Bürgermeister begrüßte die Rektoren, die als Vertreter der verschiedenen Hockenheimer Schulen anwesend waren. Stellvertretend für den Rektor des Gauß-Gymnasiums, Dr. Walter Weidner, war Dr. Adalbert Nessel erschienen.

Die Gewinner des ersten Preises, die Bio-AG des Gauß Gymnasiums, hatten unter der Regie ihres Lehrers Roland Mohr ein Feuchtbiotop als Anschauungsobjekt für Schüler angelegt und eine Trockenmauer eingerichtet, die einen Lebensraum für Insekten und Kleinsäuger bietet. Die Arbeit der Arbeitsgemeinschaft sei ein gutes Beispiel für die vielen sinnvollen Gestaltungsmöglichkeiten im ökologischen Bereich, erklärte Schrank zusammenfassend und überreichte den Scheck über 500 DM an Roland Mohr.

Ein Anerkennungspreis über 200 DM ging an die Schüler der Pestalozzi-Grundschule, um deren Engagement in Sachen Umwelt Rechnung zu tragen. Im vergangenen Jahr hatten sich etwas 60 Schüler dreimal an einer Säuberungsaktion des Gartenschaugeländes beteiligt, die regelmäßig von einem Förderverein in Zusammenhang mit der Stadt durchgeführt wird. Der Bürgermeister bezeichnete das Mitwirken der Schüler als vorbildlich und angesichts der Unmenge achtlos weggeworfenen Mülls auch als dingend notwendig. Den Scheck nahm der Rektor der Pestalozzi-Schule, Manfred Wöhr, entgegen.

Abschließend ging der Dank des Leiters der Bio-AG an dies Stadt Hockenheim. Er hob hervor, dass auch die unbürokratische Hilfe der Verwaltung ausschlaggebend für die erzielten Erfolge gewesen sei. Die Arbeit der seit 1991 bestehenden Bio-AG des Gymnasiums konzentriert sich besonders auf das Errichten eines naturnahen Schulgeländes. Der Bogen der bereits verwirklichten Projekte spannt sich vom Anlegen eines Schulteiches bis hin zum Aufbau eines Holzgestells für Wildbienen. Bisher, so betonte Mohr, kam die AG ohne den Einsatz eigener finanzieller Mittel aus, lediglich die finanzielle Unterstützung von außerhalb, also von Seiten der Eltern oder der Stadt, habe die Arbeit ermöglicht. Seit der Landesgartenschau arbeite man nun schon mit der Stadt zusammen, und zwar, wie Mohr schmunzelnd erklärte, „nicht für Bienen, sondern auch für Menschen“.

Quelle: Hockenheimer Tageszeitung, Montag, 09.06.1997