Begeisterte Gaussianer zu Gast an der Mooresville High School

Begrüßt wurden die acht Schülerinnen und Schüler der zehnten Klassen des Gauß-Gymnasiums sowie ihre beiden begleitenden Lehrerinnen Christine Morys-Gießmann und Claudia Schlager von einem überraschenden Anblick: Die gesamte Hauptstraße in Mooresville war mit dem Hockenheimer Stadtwappen beflaggt. Hockenheimer Flaggen in MooresvilleDieser überwältigende Anblick sollte jedoch nur ein Vorgeschmack auf den herzlichen Empfang sein, der an der Mooresville High School folgte.
Die gastgebenden Familien, einige Stadträte und Mitglieder des Freundeskreises Mooresville-Hockenheim ließen es sich nicht nehmen, die Gaußianer persönlich zu empfangen. Erste Gastgeschenke, bunte Willkommensplakate und ein liebevoll gerichtetes Buffet für die hungrigen Gäste ließen das Eis zwischen Schülern und Gastgebern schnell schmelzen.

Michael Royal, Schulleiter der High School, hieß die deutsche Delegation herzlich willkommen und stattete die Schüler leihweise mit Laptops aus, eine wichtige Voraussetzung, um dem Unterricht in den folgenden Tagen folgen zu können.

Zustande gekommen war der Austausch auf Initiative des Freundeskreises Hockenheim-Mooresville und seiner Vorsitzenden Marina Nottbohm, die einen sehr engen Kontakt zum Mooresviller Freundeskreis pflegt. Beide Seiten setzen sich schon lange für die Fortsetzung des Schüleraustauschs ein, der in den letzten Jahren brach gelegen hat. So kam es, dass Ende des vergangenen Schuljahres auf Vermittlung des amerikanischen Freundeskreises eine Einladung von Seiten der Mooresville High School erfolgte, die von der Schulleitung des Carl-Friedrich-Gauß-Gymnasiums freudig angenommen wurde. Unter großem Zeitdruck wurden auf deutscher Seite in der letzten Schulwoche interessierte Schüler gesucht, Flüge gebucht, Pläne geschmiedet und der Kontakt zwischen den Austauschfamilien hergestellt, so dass sich zu Schuljahresbeginn die Gaußianer auf den Weg machen konnten, um den Schüleraustausch wieder aufzunehmen.

In den ersten Tagen begleiteten die Hockenheimer die gastgebenden Schüler im Unterricht und lernten somit den amerikanischen Schulalltag hautnah kennen. Nicht nur die Organisation des Stundenplans, auch die Tatsache, dass die Vermittlung des Schulstoffs in erster Linie über Computer erfolgt, war für die Hockenheimer Schüler eine vollkommen neue Erfahrung. Die amerikanischen Schüler belegen für ein halbes Jahr bestimmte Kurse, die sie dann täglich für 90 Minuten besuchen; d.h. der Stundenplan enthält jeden Tag dieselben vier Kurse. Für Erstaunen sorgte auch, dass nicht die Lehrer, sondern die Schüler nach jeder Unterrichtseinheit die Klassenräume wechseln, was es den deutschen Schülern zusätzlich erschwerte, sich auf dem ohnehin riesigen Campus zu orientieren. Sie wurden jedoch überall mit großer Herzlichkeit und großem Interesse aufgenommen und waren schnell im Schulalltag integriert. Die Nachmittage gehörten ganz den Gastfamilien, sodass die deutschen Schüler die Gelegenheit hatten, hautnah den American Way of Life mitzuerleben: Wie amerikanische Haushalte funktionieren, wie man dort einkaufen geht, was gegessen wird, was im Fernsehen läuft und vieles mehr. Am Wochenende waren einige der deutschen Schüler auf die Geburtstagsfeier einer gastgebenden Schülerin eingeladen, andere fuhren zu einem zweitägigen Zeltlager in den Bergen von North Carolina oder machten eine Bootstour auf dem nahegelegenen Lake Norman.

Auf offizieller Ebene wurde die Zeit genutzt, um neue Kontakte zu knüpfen und ein deutsch-amerikanisches Team zu bilden, das den Schüleraustausch in Zukunft organisieren wird. So fanden intensive Gespräche mit dem Geschichtslehrer Chris Stonestreet und der Biologielehrerin Lindsay Knippenberg statt, die den Schüleraustausch von amerikanischer Seite zukünftig betreuen werden. Beide Lehrer haben ein großes Interesse an der Fortsetzung des Schüleraustauschs und freuen sich auf den Gegenbesuch einer amerikanischen Schülergruppe, der für Juni 2014 geplant ist. Hervorragend organisiert und unterstützt wurde der Aufenthalt durch Murdoch Morrison, Vorsitzender des Freundeskreises Mooresville-Hockenheim und seiner Ehefrau Melody, die durch ihren engagierten und unermüdlichen Einsatz wesentlich zum Erfolg dieses Besuchs beigetragen haben.

Statue of LibertyNach nur fünf Tagen musste wieder Abschied genommen werden; die vielfach vergossenen Tränen auf beiden Seiten zeigten, welchen Stellenwert ein solcher Schüleraustausch über die Kontinente und Kulturen hinweg tatsächlich hat: In keinem anderen Lebensalter als in der Jugend fällt es Menschen so leicht, sich kennen zu lernen, nahezukommen und von der Kultur des anderen zu lernen. So wird dieser Austausch für alle Teilnehmer eine unvergessliche Erfahrung bleiben.

Am Flughafen Charlotte abgesetzt, stand jedoch nicht der Abflug gen Deutschland an, sondern der krönende Abschluss der USA-Reise: der Weiterflug nach New York City. Ausgehend von ihrer Unterkunft mitten in Manhattan erkundeten die Schüler und ihre beiden Lehrerinnen auf eigene Faust The Big Apple. Stationen des dichten Programms waren Liberty Island mit der Freiheitsstatue, das 9/11 Memorial, der Hauptsitz der Vereinten Nationen, das Metropolitan Museum of Modern Art und das Museum of Natural History sowie eine erholsame Lunch-Pause im Central Park. Berühmte Hochhäuser wie das Empire State Building und das Rockefeller Center gehörten selbstverständlich auch zum Besichtigungsprogramm.

Insgesamt wurden mit diesem Schüleraustausch erfolgreich die Grundlagen für hoffentlich viele weitere freundschaftliche Begegnungen gelegt: Sowohl das Carl-Friedrich-Gauß-Gymnasium als auch die Mooresville High School freuen sich auf einen lebhaften Austausch zwischen den Schulen in den kommenden Jahren.

Nightlive New York City

Autorinnen: Christine Morys-Gießmann, Claudia Schlager