Am Samstag, den 25. Juli 2015 bestätigte das Carl-Friedrich-Gauß-Gymnasium, dass es im vorherigen Schuljahr zurecht zum Gymnasium mit Musikprofil ernannt wurde. 7 AGs bzw. Projekte, mit insgesamt 160 mitwirkenden Schülerinnen und Schülern, zeugten von einer Vielfalt und hoher Musikalität, was unter anderem über 500 Gäste in die Mannherzhalle Reilingen führte und ihnen einen abwechslungsreichen Abend bescherte.

Den Auftakt machte ein Tanzprojekt mit Schülerinnen der Klassen 9 und 10 unter Leitung von Christina Leichmann unter musikalischer Begleitung der Musikprofilklasse 9 a (Ltg. Bernhard Sommer) die von den Schülerinnen Paula Krieger und Elin Rösler dirigiert wurden. Bei den Tänzen „Bourrée“ und „Menuett“ von Georg Friedrich Händel zeigten die Tänzerinnen, wie elegant und vornehm früher solche Tänze aufgeführt wurden. Mit grazilen und ästhetischen Bewegungen wurden die Zuschauer durch die Tänzerinnen und Musiker im Handumdrehen in die Barockzeit zurückversetzt. Wenige Wochen zuvor waren die Beteiligten mit dieser Darbietung Teil der Schultanztage in Offenburg gewesen. Die Tanzdarbietung bot einen überraschenden Einstieg in das Konzert, denn Tanzdarbietungen waren bislang bei Sommerkonzerten höchst selten. Dies und die tadellosen Leistungen belohnte das Publikum mit großem Applaus.

Danach füllte sich die Bühne mit dem großen Orchester, das sich aus den Orchestern des CFG Hockenheim (Ltg.: Matthias Mayer) und dem Orchester des Gymnasiums Walldorf (Ltg.: Lena Müller und Thomas Weigel) zusammensetzte. Mit bekannten Melodien berühmter Filmmusik-Werke ließen die jungen Orchestermusiker unter anderem Jack Sparrow („Fluch der Karibik“), Darth Vadder („Star Wars“), Harry Potter oder die Hobbits aus „Herr der Ringe“ vor den inneren Augen der Zuhörer auftreten. Die Orchester beider Schulen harmonierten wunderbar zusammen und spielten unter der Leitung ihrer Dirigenten äußerst facettenreich und eindrucksvoll. Mit zarten Streicherklängen und vollklingenden Bläsereinwürfen gelang es den jungen Musikern, die Zuhörer zu begeistern, und sie bewiesen somit, dass musikalische Kooperationen dieser Art sehr fruchtbar sind.

Weiter ging es mit dem sehr großen Unterstufenchor unter Leitung von Bernhard Sommer, der als erstes Lied das berühmte „The Lion Sleeps Tonight“ von Salomon Linda präsentierte. Mit der ansteckenden Begeisterung der in vielen Gesichtern zu sehenden Sangesfreude war der Evergreen ein gelungener Einstieg in diesen Konzertabschnitt. Etwas melancholischer wurde es mit dem norwegischen Lied „Vem kean segla förutan vind“ , bei dem Sofie Balazy aus der 6 a den Chor mit ihrem Violoncello einfühlsam begleitete. Nach dem einfühlsamen „I have a dream“ folgte der Höhepunkt mit dem Song „Cups“, bei dem die jungen Nachwuchsmusiker nicht nur ihre Gesangskünste zeigten, sondern auch mit Becher-Rhythmen aufwarten konnten. Mit diesem Hit gelang ein hinreißender Abschluss, der alle Zuschauer von den Stühlen riss.

Carolin Huy und Sascha Birkenstock erarbeiteten mit der dreizehnköpfigen Schulband vier Hits, bei denen viele Zuschauer mitsingen konnten und die einen kleinen Querschnitt der letzten 20 Jahre Popgeschichte zeigte. Angefangen bei „Two Princes“ von den Spin Doctors, das 1993 veröffentlicht wurde, ging es weiter mit „Narcotic“, einem Song der Sinsheimer Band „Liquido“ aus dem Jahr 1998. Das in Fußballstadien sehr beliebte „Seven Nation Army“ der „White Strips“ wurde vom Publikum ebenso begeistert aufgenommen wie die kreative Version des James-Blunt-Hits „Postcards“ aus dem Jahr 2014, bei dem die Band zeigte, dass sie ihr Zusammenspiel bei den Probentagen in Kürnbach Anfang Juli verfeinert und optimiert und aus der Gitarrenballade einen schwungvollen Reggaehit gemacht hatte.

Als vollklingender Klangkörper präsentierte sich die Concert Band unter der Leitung von Matthias Mayer und Gerd Weber. Sehr musikalisch und einfühlsam erklangen sowohl sinfonische Blasmusik („Monmouth Ouverture“), Filmmusik („Die glorreichen Sieben“) als auch Rock-/Pop-Musik („Dynamite“). Die Concert Band bewies, dass ein sinfonisches Blasmusik ebenso facettenreich zu musizieren vermag wie ein großes Sinfonieorchester. Aufgrund der nuancierten Dirigate gelang es den beiden Ensembleleitern, die jungen Musikerinnen und Musiker zu einem spannenden und abwechslungsreichen Musizieren anzuleiten. Die Zuhörer dürfen gespannt sein, wie sich die erfolgreiche Bläserarbeit am Gauß-Gymnasium in den nächsten Jahren weiterentwickeln wird.

Ein weiterer Höhepunkt des Sommerkonzerts war der Auftritt der CFG-Big-Band, die in diesem Jahr zum ersten Mal in „Original-Besetzung“ bei einem Gauß-Sommerkonzert teilnahm. Die Big Band-Leiter Matthias Mayer und Gerd Weber formierten mit der CFG-Big Band ein Jazz-Ensemble, das es verstand, durch Präzision, Klang und Groove das Publikum zu Beifallsstürmen hinzureißen. Nach „Feeling Good“, „Chameleon“ und Ray Charles‘ berühmten „Hallelujah I Love Her So“ brachte schließlich Tito Puentes “Oye Como Va” die Mannherzhalle zum Toben. Besonders beeindruckten bei den verschiedenen Stücken waren vor allem die Solo-Improvisationen von Adrian Gallet (9a) am Alt-Saxophon, Moritz Barta (10b) am Bariton-Saxophon und Martin Jakob (11) an der Trompete, wobei die drei Schüler eine enorme Improvisations-Sicherheit unter Beweis stellten.

Der große Chor unter Leitung von Bernhard Sommer betrat als letzte musikalische Gruppierung des Gauß-Gymnasiums die Bühne der Mannherzhalle und begeisterte das Publikum mit pfiffigen und eingängigen Popsongs. Nach den klangschönen Darbietungen von „Only you“ (Flying Pickets) und „Dream a little Dream“ zeigten die jungen Sängerinnen und Sänger mit „Viva La Vida“ („Coldplay“), welche Energie und Lebensfreude sie in sich tragen. Ein ganz besonderer Einstieg gelang dem Chor in den Hit „Africa“ (Toto): die Sänger schafften es, mit Körpereinsatz (Klopfen, Reiben etc.) und ein bisschen Hilfe der Technik (betreut von Sascha Birkenstock und der Technik-AG) einen ordentlichen afrikanischen Regen inklusive Gewitter in die Mannherzhalle nach Reilingen zu zaubern. Passend zum Namen des Dirigenten und zur Jahreszeit war das letzte Lied „Jetzt ist Sommer“ von den Wise Guys, bei dem die Sänger zeigten, dass sie nicht nur singen, sondern sich auch passend bewegen und sprechen können. Bei beiden Hits gelang es übrigens Nick Kannewurf (9a), mit seinem Beatboxeinsatz den Hit zu einer ziemlich groovigen Angelegenheit zu machen. Ebenso präsentierten sich Jan Rieger (Klavier), Paul Dupont (E-Bass) und Lukas Vollendorff (Schlagzeug) als zuverlässige Begleitband.

Bevor die Zuschauer nach über 3 Stunden begeistert nach Hause gehen durften, kam es dann noch zur Vereinigung der beiden Chöre: mit dem fetzigen „Java Jive“ und dem quirligen „Happy“ boten die Chöre einen glanzvollen Abschluss des gelungenen Sommerkonzerts, zu dem viele Helfer beigetragen hatten. Mit vielen strahlenden Gesichtern und einem zu Standing Ovation motivierten Publikum endete das Sommerkonzert des Gauß-Gymnasiums und hinterher gab es außerordentlich viel Lob und Anerkennung für die gezeigten Leistungen.

Autoren: Herr Mayer, Herr Sommer