Freude am Gauß-Gymnasium Hockenheim über Abschluss der gelungenen Sanierung
Hockenheim, 04.03.2026
Sechs Jahre lang wurde im laufenden Betrieb gebohrt, gestrichen, montiert und vieles mehr. Jetzt steht das Carl-Friedrich-Gauß-Gymnasium rundum saniert da. Das hat die Schulgemeinschaft am Donnerstag gefeiert.
Die Geschichte der neuen Aula des Carl-Friedrich-Gauß-Gymnasiums kennt nicht nur Baupläne und Millionenbeträge, sondern auch Aquariennotfälle und Improvisationstalent. Sechs Jahre lang wurde im laufenden Betrieb saniert, gebohrt, gestrichen und vieles mehr. Am Donnerstag hat die Schule das Ergebnis gefeiert.
Die CFG Bigband eröffnete den Abend mit „I Feel Good“. Stellvertretende Schulleiterin Elke Schinko begrüßte die Gäste. Sie dankte Oberbürgermeister Marcus Zeitler, den Vertretern der Gemeinde, den Bürgermeistern der Horan-Gemeinden, Stadträten, dem ehemaligen Bürgermeister Thomas Jakob-Lichtenberg, Hockenheims Bürgermeister Matthias Beck sowie Landtagsabgeordnetem Andreas Sturm. Ihr Dank galt ebenso Eltern, Elternbeirat, Handwerkern, Architektin Monika Drum von der Hochbauabteilung der Stadt und Hausmeister Strassner: „Ohne dieses Zusammenspiel wäre die Sanierung nicht möglich gewesen.“
Dann waren alle Augen und Ohren auf die Soulband gerichtet, denn es war ihr erster offizieller Auftritt. Mit „Lose Control“ zeigte Sängerin Rosalie Bartolles, was in ihrer souligen Stimme steckt. Sie gab dem Song ihre ganz eigene Note. Anfangs noch etwas zurückhaltend, wurde sie mit jeder Strophe selbstbewusster. Die Band folgte ihr sicher und am Ende gab es einen kräftigen Applaus mit vielen Pfiffen und positiven Zurufen aus dem Publikum.
Oberbürgermeister Marcus Zeitler nennt Sanierung „eine fast neverending Story“
Oberbürgermeister Marcus Zeitler sagte: „Es war eine fast neverending Story.“ Sechs Jahre Sanierung liegen hinter der Schule. Zeitler lobte das Miteinander aller Beteiligten. Reibungspunkte habe es kaum gegeben. Wenn doch, hätten alle gemeinsam Lösungen gesucht. Dann holt er die „SpongeBots“ auf die Bühne. Technikbegeisterte Schülerinnen und Schüler, die Roboter bauen, programmieren und an Wettbewerben teilnehmen. Ihr Engagement führte sie bis zur Weltmeisterschaft nach Singapur. Dort erreichten sie Platz 66.
„Wir haben Grips in Baden-Württemberg“, stellte Zeitler stolz fest. Die Jugendlichen machten Hockenheim weit über die Region hinaus bekannt. „Endlich sind wir mal nicht nur bekannt, weil man bei uns nur im Kreis fährt“, scherzte er. Als Anerkennung überreichte er den „SpongeBots“ einen Geldumschlag.
Größte Herausforderung am Gauß-Gymnasium Hockenheim: Sanieren im laufenden Betrieb
Architektin Monika Drum gab Einblick in die Bauphasen. Fenster, Jalousien, Photovoltaikanlage, Stromleitungen, Decken, Einzelraumlüftung, Sanitäranlagen – kaum ein Bereich blieb unberührt. Auch die Aula wurde grundlegend erneuert. Besonders stolz ist sie auf die Umsetzung im laufenden Schulbetrieb. Es habe klare Absprachen gegeben: Zehn Löcher in einer halben Stunde seien erlaubt. „Und wenn’s mal zwölf waren, musste es schneller gehen.“
Flexibilität war gefragt – bei allen. Drum dankte den Handwerkern, die Verzögerungen nicht in Rechnung stellten, wenn Pläne angepasst werden mussten. Einen besonderen Dank richtete sie an Hausmeister Simo Strassner, den sie scherzhaft ihr zweites Gehirn nannte, denn ohne ihn sei all dies nicht machbar gewesen.
Fische retten an Heiligabend als gelungene Gemeinschaftsaktion
Und dann erzählte sie die Geschichte, die viele in der Aula zum Schmunzeln brachte: Am 24. Dezember vergangenen Jahres bekam das Aquarium einen Riss – Fische mussten evakuiert werden. Das Team informierte sich über Aquaristik und rettete so an Heiligabend fünf Stunden lang die Tiere. „Es war sich keiner zu schade, irgendwie mitzuhelfen“, erinnert sie sich. Dankbar war Drum auch dem OB: „Ich hatte immer seine Unterstützung, auch wenn wir mal Dinge gemacht haben, die konventionell nicht so gemacht werden eigentlich.“
Elternbeirat, Lehrkräfte und Schülerschaft sprachen gemeinsam. Sie nannten die Aula einen Ort der Gemeinschaft, mit dem sie sich auch identifizieren können und wollen. Besonders begeistere sie der neue Bluescreen für Foto- und Videoprojekte. Die Lehrkräfte lobten das Lichtkonzept. Die Aula sei nicht länger das „dunkle Loch wie beim Abstieg in die Unterwelt“.
Das sogenannte „Strandeck“ mit Sitzgelegenheiten und Meerestapete lade zum Verweilen ein. Ein Schüler merkte augenzwinkernd an, ein Sichtschutz in Richtung Jungentoilette wäre noch wünschenswert und er ergänzte: „Mehr Tisch wären auch sehr gut!“
Direktorin Anja Kaiser dankbar: „Aus nichts wurde alles“
Zum Schluss sprach Direktorin Anja Kaiser. Sie dankte allen Beteiligten für Unterstützung und Zusammenarbeit. 2025 habe Zeitler versprochen, dass „die Decke oben sein würde“. Nun sei sie froh, dass dieses Versprechen gehalten wurde – „denn das ist bei der Politik ja nicht immer selbstverständlich“. Der kleine Seitenhieb sorgt erneut für Heiterkeit.
Das Budget sei effizient genutzt worden, die Räume optimal gestaltet. Ganz im Sinne von Gauß sei ein Ort entstanden, an dem Zukunft gestaltet werden könne – „Aus nichts wurde alles.“ Sie appellierte an alle, diesen Raum der Gemeinschaft zu pflegen. Bildung müsse für alle zugänglich sein. Rassismus habe keinen Platz, Solidarität dagegen sehr wohl.
Zum Finale spielte die Bigband „September“, begleitet von einer eigens programmierten Lichtshow der Schüler. Die „neverending Story“ hat ein vorläufiges Ende gefunden und dient zugleich als Blaupause für die anstehende Sanierung der Realschule.
Text: Rebecca Jankowski, Schwetzinger Zeitung
Fotos CFG





















