„Klassiker – Ein Remix.“ – Deutschunterricht im Theater
Hockenheim, 25.06.2026
Bevor wir gemeinsam zum Theater in die Alte Feuerwache, Mannheim gegangen sind, waren wir als Klasse 10d mit Frau Del Mul zuerst im Eiscafé Adria. Dadurch begann der Theaterausflug mit Eis und einer entspannten Stimmung. Insgesamt war der Tag schön: Vormittags hat uns im Deutschunterricht Frau Del Mul im Schnelldurchlauf mit den Inhalten der Dramen vertraut gemacht und nach dem gemeinsamen Eisessen ging es in das Theaterstück „Klassiker – Ein Remix“.
Das Stück hat sich mit klassischen Dramen der Autoren Gotthold Ephraim Lessing mit „Nathan der Weise“ und „Emilia Galotti“, Friedrich Schillers „Don Carlos“, Johann Wolfgang von Goethe mit „Iphigenie auf Tauris“ und Georg Büchner mit „Dantons Tod“ auseinandersetzt. Dabei wurden die alten Texte modern dargestellt und mit Musik, Live-Hörspiel und performativen Elementen neu interpretiert.
Im Mittelpunkt der Vorstellung stand die Frage, warum diese Klassiker auch heute noch wichtig sind. Die Schauspielerinnen und Schauspieler haben Szenen aus diesen verschiedenen klassischen Werken mit aktuellen Problemen und Alltagssituationen verbunden. Dadurch entstand ein „Remix“, der die alten Geschichten verständlicher und näher an die heutige Jugend bringt. Das Theaterkollektiv “Subbotnik“ untersuchte dabei, welche Inhalte der Klassiker heute noch spannend wirken und welche kritisch hinterfragt werden müssen, zum Beispiel alte Rollenbilder, Machtstrukturen, Gerechtigkeit und gesellschaftlicher Druck. Das Stück war deshalb nicht nur unterhaltsam, sondern regte auch zum Nachdenken über die Gesellschaft und menschliches Verhalten an.
In unserer Klasse gab es unterschiedliche Lieblingsszenen. Viele Mitschülerinnen und Mitschüler fanden die Szene aus „Emilia Galotti“ am besten, in der Emilia in männlicher Besetzung in einen Bilderrahmen, angelehnt das das Gemälde „Das Mädchen mit dem Perlenohrring“, verschiedene Positionen einnehmen musste, während Musik spielte. Andere fanden die Szene aus „Iphigenie auf Tauris“ besonders interessant v.a. als die Schauspieler immer wieder in einer Dauerschleife in den Tod gesprungen sind. Diese Szenen blieben vielen im Gedächtnis, weil sie kreativ und ungewöhnlich dargestellt wurden.
Das Stück hat gezeigt, dass Klassikliteratur nicht unbedingt langweilig oder schwer verständlich sein muss, sondern auch modern, kreativ und humorvoll dargestellt werden kann. Vor allem die Mischung aus ernsten Themen, Musik und ungewöhnlichen Szenen machte die Aufführung interessant und abwechslungsreich. Es wurde deutlich, dass die Probleme und Konflikte aus den alten Werken auch heute noch aktuell sind und Menschen weiterhin beschäftigen.
Nach der Aufführung fand außerdem ein Nachgespräch mit den Schauspielerinnen und Schauspielern sowie der Regieassistenz statt, an dem auch andere Zuschauer teilnahmen. Unsere Klasse beteiligte sich sehr rege an diesem Gespräch und stellte viele interessante Fragen. Wir erhielten weitere Einblicke in die Entstehung des Stücks, die Gedanken hinter den einzelnen Szenen und die Arbeitsweise des Theaterkollektivs.
Insgesamt kann man sagen, dass der Theaterbesuch eine besondere und abwechslungsreiche Form des Deutschunterrichts war. Das Projekt bot die Möglichkeit, Literatur auf eine andere Art kennenzulernen und gemeinsam als Klasse neue Erfahrungen zu sammeln. Dadurch war der Ausflug nicht nur lehrreich, sondern auch eine schöne gemeinsame Erfahrung für die gesamte Klasse.
Text: Marina Arabo
Fotos: Yusuf Marouf, Fotini Del Mul






