Das Fach Geschichte wird am Gauß-Gymnasium von Frau Yael Schneider und Herrn Mike Scior betreut.

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Der vierstündige Geschichtskurs besuchte am 10.10.2019 die Dauerausstellung des Dokumentationszentrums deutscher Sinti und Roma zur Geschichte des Nationalsozialismus.

Welche Eindrücke die Ausstellung bei den Schülerinnen und Schülern hinterließ, zeigen einige Zitate und Kommentare aus dem Geschichtskurs:

„Ich fand die Ausstellung sehr beeindruckend und bewegend, da sie mit einer sehr großen Fülle an Information und vor allem auch Bildmaterial aufwartet. Gerade dadurch kann man sich richtig gut ‚zurückversetzen‘ und einem wird das erschreckende Ausmaß der Grausamkeit bewusst. Die ungeheure Menge an gesammelten Schicksalen ist überwältigend und man sollte dankbar sein, dass an sie erinnert wird und werden kann.“

„Am beeindruckendsten war die Wand mit den 23.000 Namen.“

„Der Aufbau dieser Ausstellung war gut gemacht. Er hat die allgemein gelehrte Geschichte und die persönlichen Erfahrungen verglichen, die von Betroffenen erlebt wurden. Dies hat das Ganze einprägsam und berührend gemacht. (…) Die aufgelisteten Namen zu sehen, die eine gesamte Wand eingenommen haben, und zu wissen, dass diese Namen nur ein Bruchteil waren, hat eine ganz neue Dimension gezeigt. Ich denke, es war einprägsam und veranschaulichte die Schrecken der NS-Zeit eindringlicher als nur der Unterricht.“

„Durch das Aufzeigen vieler Einzelschicksale bekam die Geschichte etwas Persönliches und wurde greifbarer.“

„Ich fand es sehr interessant, von den Geschichten und Schicksalen der Sinti und Roma zu erfahren. (…) Es war schockierend, wie viele Namen auf der Glaswand standen.“

„Berührend waren die Interviews und der Gedenkraum mit leiser Geigenmusik.“

„Die vielen privaten Fotos und Aussagen der Menschen haben mich am stärksten bewegt.“

„Selbst Institutionen wie zum Beispiel Waisenhäuser, die die Kinder eigentlich schützen sollten, haben diese an die Nazis gegeben.“

„Besonders die Schicksale der Kinder und Familien sind mir ans Herz gegangen.“

„Ich fand die Ausstellung interessant und habe teilweise neue Details des Holocausts kennengelernt.“

„Die Ausstellung hat mir auch verdeutlicht, dass die Vorgehensweise viel brutaler und inhumaner war, als ich mir vorstellte (vor allem gegen Kinder).“

„Ich hatte bisher nicht viel über die Vernichtung der Sinti und Roma gehört, sodass der Holocaust hier auch wieder aus einem anderen Blickwinkel zu sehen war. Ich würde gerne noch einmal in die Ausstellung gehen, um dann in Ruhe alles dort lesen zu können.“

Autoren: Geschichtskurs des Schuljahres 19/20 und Claus Ebner

10b Zehntscheune Hockenheim

Die Klasse 10b vor der Zehntscheune Hockenheim, die neben der Stadtbibliothek auch das Tabakmuseum der Stadt Hockenheim beherbergt.

Am Mittwoch den 06.11.2019 verbrachten die Schülerinnen und Schüler der Klasse 10b zusammen mit ihrer Geschichtslehrerin Johanna Bethge einen Projekttag im Tabakmuseum Hockenheim. Der Grund hierfür bestand darin, dass die Schülerinnen und Schüler sich an diesem Tag mit lokalen Quellen zum Thema Tabak in Hockenheim auseinandersetzten. Der Projekttag ist in eine insgesamt dreiwöchige Projektphase eingebettet, innerhalb derer sich die Schülerinnen und Schüler folgende übergeordnete Forschungsfrage stellten: In welchem Verhältnis – historisch wie gegenwärtig – steht der Tabak zu Hockenheim?

Anbauweise Tabak

Karl-Heinz Auer erklärt den Schülerinnen und Schülern die Anbauweise des Tabaks

Der Projekttag diente dazu, erstens die Archivakten aus dem Stadtarchiv Hockenheim und dem Generallandesarchiv Karlsruhe, die Auskunft über die Tabakhistorie Hockenheims geben, zu lesen und zu analysieren. Mithilfe von schriftlichen Quellen aus dem 19. und 20. Jahrhundert – die thematisch von der Kontingentierung von Tabak im 1. Weltkrieg über die Enteignung eines jüdischen Tabakfabrikanten im Dritten Reich bis hin zur Frage nach Frauen- und Kinderarbeit in den lokalen Zigarrenfabriken reichten – suchten die Schülerinnen und Schüler am Projekttag nach Antworten auf ihre Forschungsfrage. Zweitens sollte am lokalen Fallbeispiel der wissenschaftliche Umgang mit Quellen geübt werden. Hierfür nutzten sie zum einen das Tabakmuseum Hockenheim, dessen Schautafeln zahlreiche Informationen zum Thema Tabak in Hockenheim bereithalten. Zur Kontextualisierung der Quellen griffen sie auf geschichtswissenschaftliche Spezialliteratur zurück, die eine überregionale Einordnung der Quellen in ihren Entstehungshintergrund ermöglichte.

Archivarbeit

Schülerinnen und Schülerinnen bei der Arbeit mit Archivakten aus dem Stadtarchiv Hockenheim und dem Generallandesarchiv Karlsruhe.

Der Projekttag selbst startete mit einer Überblicksführung durch Karl-Heinz Auer, ehrenamtlicher Mitarbeiter des Tabakmuseums Hockenheims und ‚Tabakkenner’, und wurde durch eine Kleingruppenarbeit, in der sich jeweils vier Schülerinnen und Schüler mit einer Quelle und einem Themenaspekt näher auseinandersetzten, fortgesetzt. Das (sichtbare) Produkt des Projekttages wird eine Klassenpublikation zum Thema Tabak in Hockenheim sein. Am lokalen Fallbeispiel erprobten die Schülerinnen und die Schüler nicht nur die Arbeit von Historikerinnen und Historikern, sondern leisteten zudem wissenschaftliche Pionierarbeit, was den Zusammenhang zwischen Tabak und lokaler Identität angeht. Auf die erscheinende Klassenpublikation dürfen wir alle sehr gespannt sein!

Autorin: Johanna Bethge

Am Morgen des 28.09.2018 brach der vierstündige Geschichtskurs der J1 mitsamt Herrn Ebner mit dem Zug nach Karlsruhe auf. Ziel der Exkursion war das Badische Landesmuseum im Karlsruher Schloss, besser gesagt die dortige Ausstellung „REVOLUTION!“.

Bereits zu Beginn stellte sich die Bezeichnung „Sonderausstellung“ als durchaus berechtigt heraus: Die Ausstellung begann in einem mit Liegestühlen ausgestatteten Vorraum, in dem ein informationsreicher Kurzfilm über den Ablauf verschiedenster Revolutionen mit deren Protagonisten im Lauf der Geschichte gezeigt wurde. Hauptgesichtspunkte des Films waren Gründe, die zu Revolutionen führen, wie diese ausbrechen, wer sie trägt und wovon Erfolg oder Scheitern der revolutionären Bemühungen abhängen können. Schließlich wurden wir im letzten Teil des Films in ein Szenario auf einem Kreuzfahrtschiff hineinversetzt, auf dem eine Gruppe Passagiere sämtliche Liegestühle in Beschlag nimmt. Jeder konnte aus vier Möglichkeiten wählen, wie er oder sie in dieser Situation handeln würde, und zog eine dementsprechende Karte aus einem bereitstehenden Kasten. Je nach Karte bekam man entweder den Status eines Besitzenden oder Nichtbesitzenden. Als jeder seine Karte hatte, ging es in die eigentliche Ausstellung. Zum Erstaunen aller erwartete uns statt Hochglanzvitrinen ein großer Raum mit lauter Bruchstücken: Möbelstücke, Wagenräder, Ziegel, Pappkartons wie Holzkisten und noch vieles mehr fanden sich zwischen Stellwänden, die verschiedene Bereiche wie Kabinen abtrennten. Ein Chaos, wie es in einer Revolution eben anzutreffen ist – und derer wurden viele in der Ausstellung von Anfang bis Ende beleuchtet. Da gab es einen Bereich für historische Revolutionen wie die Französische oder die Amerikanische, aber auch ganz zeitnahe wie die Revolution in Tunesien 2010/2011 und auch berühmte Revolutionäre wie Che Guevara fanden würdige Erwähnung. Auch hierbei gab es nicht nur Geschriebenes, sondern wiederum kleine Filmsequenzen oder von der Decke hängende Hörer, durch die man teilweise Originalaufnahmen wichtiger Reden anhören konnte. Zusätzlich waren zahlreiche Relikte wie Kleidungsstücke oder Bücher ausgestellt, sogar eine echte französische Guillotine stand dort, die den meisten Respekt einflößte. Zwischen all dem befanden sich weitere Kästen für jeweils Besitzende und Nichtbesitzende mit Situationen und Antwortkärtchen zum Ziehen, wodurch aus dem Szenario vom Anfang eine kleine Geschichte gesponnen wurde. Am Ende der Ausstellung konnte man all seine gesammelten Kärtchen von einem Scanner auswerten lassen und jeder erhielt seinen ganz persönlichen „Revolutionsausweis“. Diesen ließ danach jeder in einen interaktiven Tisch einlesen, der daraufhin in einer kurzen Sequenz aufzeigte, wie sich eine Revolution in unserer Gruppe ereignen und entwickeln würde. Nach diesem von allen Beteiligten als sehr spannend empfundenen Abschluss ging es noch auf den Balkon vor dem Schloss, auf dem jeder von uns nach Lust und Laune seine eigenen Parolen mithilfe eines riesigen Megafons über den Platz schallen lassen konnte. Nebenan befand sich zu guter Letzt noch eine große Pinnwand mit Zetteln und Stiften, auf der jeder seine Gedanken zum Ausdruck bringen konnte. Sehr zur Freude von Herrn Ebner fand auch dies großen Anklang und sehr viele von uns verfassten selbst Beiträge dazu. Beim Hinausgehen verriet ein Blick auf die Uhr, dass wir doch relativ viel Zeit in der Ausstellung verbracht hatten, was die meisten überraschte – insgesamt war der Besuch sehr kurzweilig und mit viel Spaß und Wissenswertem verbunden, sodass auch weniger Museums-Begeisterte gut aufgehoben waren. Es war ein sehr aufschlussreiches Erlebnis, bei dem man mehr über sich und die anderen erfahren konnte, wenngleich wir uns einig waren, dass die gewählte Thematik der Liegestühle vielleicht ein etwas anderes Ergebnis hervorbringt als ein Regierungssturz. Alles in allem ein lohnender Ausflug!

Revolution - J1 Geschichte

Autorin: Sjana Reisinger (J1)